iOS-Tablets (iPad) versus Android-Tablets

Kommentar

Von Haartrocknern und intelligenten Töpfen

Wussten Sie, dass ein „Fön“ nicht einfach ein Haartrockner ist, sondern die Haartrocknermarke von AEG und zwar seit 1908? Ähnlich ergeht es Apples „iPod“, die Marke wurde zum Quasisynonym für MP3-Player (zu Deutsch: Musikdateienabspielgerät). „Pod“ steht für „Topf“ und über das i wird gestritten, „intelligence“ könnte es heissen, innovativ sind Apples i-Geräte allerdings auch. Die Lancierung des iPod – 2001 war das – prägte auch den Begriff Podcast, eine Kombination des intelligenten Topfs mit dem Begriff Broadcast (Rundfunksendung).

 

Fünfzigtausend Seiten A4 in der Handtasche

Seit sieben Jahren sendet studmed zu den Intelligenten Töpfen in den diversen Rucksäcken, Hand- und Hosentaschen. Anfänglich waren es Herztöne, die über kabelgebundene Synchronisation auf die iPods gelangten. Heute sind es fast hundert Prozent der Unterlagen des Medizinstudiums und über achthundert aufgezeichnete Vorlesungen pro Jahr, grösstenteils mittels Radiowellen in die Töpfe gebracht. Es brauchte eine Koevolution von Internet und Endgeräten, damit eine effiziente Handhabe von tausend Stunden Video und über fünfzigtausend A4-Seiten Unterlagen, welche die Medizinstudierenden während ihres sechsjährigen Studiums empfangen können, praktikabel wurde. Heute ermöglichen dies das mobile Internet in Kombination mit Tablet-Computern. Dank direkter Annotation der Unterlagen auf den Tablets bleibt der Prozess papierlos.

 

Die Roboter kommen

Auch iPhone und iPad provozierten beinahe den Fön-Effekt. Die heute allgemein gebräuchlichen generischen Bezeichnungen Smartphone und Tablet-Computer unterstreichen jedoch das Beinahe. Fön-Effekt-verhindernd wirkte Googles Smartphone/Tablet-Betriebssystem Android, welches 2008 erstmals auf einem HTC-Smartphone erhältlich war. Das Wort Android, griechisch ἀνήρ aner ‚Mann‘, ‚Mensch‘ und εἶδος eidos ‚Aussehen‘, heisst menschenähnlicher Roboter, was bis jetzt nicht technologisch aber im Logo des gleichnamigen Betriebssystems manifest ist. Google habe für Android vieles bei iOS, so heisst Apples Smartphone/Tablet-Betriebssystem, abgeschaut, hört man oft. Auf den ersten Blick sind die Ähnlichkeiten tatsächlich offensichtlich, anscheinend oder scheinbar. Das aktuelle iOS, die Version sieben, sei jetzt aber umgekehrt eine Stilkopie von Android und Windows, wird in der Presse diskutiert. Für die Endbenutzer kann diese Dialektik des Kopierens positiv sein, wenn sich hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit die guten Eigenschaften durchsetzen.

 

Angebissenes Baumobst versus Roboter.
Oder etwas vom Fensterlieferanten?

Wenn Sie einen Tablet-Computer kaufen, müssen Sie sich zwischen den Betriebssystemen iOS, Android und Windows entscheiden. Wählen Sie iOS, entscheiden Sie sich auch automatisch für die Hardware von Apple, sprich den Tablet-Computer namens iPad, denn iOS gibt es nur auf Apples i-Geräten. Android und Windows laufen auf Tablets verschiedener Hersteller. Auf studmed.unibe.ch sind die Gebrauchsanleitungen der Schnittstellen auf iOS und Android ausgelegt, deshalb fokussieren wir diese zwei.

Die Wahl, ob Android oder iOS, ist eine Wichtige und eine Schwierige. Wichtig ist sie, weil man selten später von der einen in die andere Welt wechseln wird, nicht nur weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist, sondern weil man Geld in den Kauf von Software, den sogenannten Apps, investiert haben wird, welche man nicht in die andere Welt mitnehmen kann. Schwierig ist die Wahl, weil beide Systeme, iOS und Android, ihre Vorzüge haben. Es gibt jedoch Konstellationen, die die Wahl tatsächlich einfach machen: Haben Sie bereits ein iPhone, kaufen Sie ein iPad. Haben Sie bereits ein Android-Smartphone, kaufen Sie ein Android-Tablet. Einerseits werden Sie sich sofort „zu Hause“ fühlen und andererseits können Sie Daten und viele Apps problemlos auf beiden Geräten nutzen.

Um bei der Wahl etwas unterstützend zu wirken, seien ein paar Qualitäten vergleichend aufgeführt. iOS und die meisten Apps unter iOS sind übersichtlicher gestaltet als Android und dessen Apps und somit unter dem Strich einfacher zu bedienen. Ein Punkt für iOS. Android könnte die Zukunft gehören, es ist die Nummer eins weltweit. Einstand. iOS ist sicherer und weniger im Visier der Hacker. Zwei zu eins für iOS. Android-Geräte sind mehrheitlich günstiger. Zwei zu zwei. Android ist ein offenes System, man kann direkt auf die Dateien zugreifen. Ein Punkt Vorsprung für Android. Schweizer Applikationen werden mehrheitlich zuerst für iOS entwickelt und nur vielleicht danach auch noch für Android (Stand 2013). Einstand, drei zu drei.

 

Drei zu drei

Beide Systeme, iOS und Android, punkten mit unterschiedlichen Eigenschaften und ja, sie sind auf den zweiten Blick tatsächlich in Sachen Look and Feel und Philosophie sehr unterschiedlich, auch wenn sich die beiden dahinter stehenden Softwaregiganten fortlaufend gegenseitig inspirieren lassen. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, müssen somit entscheiden, welche Eigenschaften für Ihr Einsatzszenario wichtig sind, lesen Sie dazu auch den Teltarif-Artikel. Matchentscheidend kann auch Ihr Umfeld sein. Arbeiten Ihre Freunde oder Familienangehörigen mit dem System X, und es sind diese Menschen, die ihnen bei technischen Problemen mit Rat und Tat zur Seite stehen werden, ist Wahl des Systems X sehr prüfenswert.

10.2013, Stefan Minder, studmed-Projektleiter

Die Aussagen in diesem Artikel sind persönlich und müssen nicht mit der Haltung der Universität Bern, der Medizinischen Fakultät oder dem Institut für Medizinische Lehre übereinstimmen.